Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

Historisches
Kalenderblatt

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Historische Kalenderblätter

Harry Liedtke – 75. Todestag

 

 

 



* 12.10.1880 Königsberg i. Pr.       

† 28.4.1945 Bad Saarow-Pieskow bei Berlin.

 

"Der Sonnyboy des deutschen Stummfilms. Lächelnd und augenzwinkernd, schmollend und draufgängerisch konnte dieser deutsche Maurice Chevalier sofort jenes Einverständnis herstellen, um das sich andere oft vergeblich bemühen." – Ludwig Berger, Regisseur und Schriftsteller (1892 – 1969) über Harry Liedtke.

 

Harry Liedtke wurde am 12. Oktober 1882 als Sohn eines Großkaufmanns in Königsberg geboren. Er war das Siebte von insgesamt zwölf Kindern und wuchs nach dem Tod seiner Eltern im Jahr 1894 in einem Waisenhaus auf.

 

Liedtke besuchte das Altstädtische Gymnasium in Königsberg, machte danach eine kaufmännische Lehre in einem Getreide-Kommissionsgeschäft. Seine erste Anstellung erhielt er in einem Königsberger Kolonialwarenladen. Bei einem Besuch in Berlin lernte er den Intendanten Hans Oberländer vom Königlichen Schauspielhaus kennen und beschloss, Schauspieler zu werden. Er nahm Unterricht bei Oberländer, der dem Theaterneuling sein erstes Engagement am Stadttheater in Freiberg in Sachsen vermittelte. Über die Theater in Görlitz, Göttingen, München und Berlin gelangte er schließlich im Jahr 1908 an das „New German Theater“ in New York. Ein Jahr später kehrte er nach Deutschland zurück und hatte am „Deutschen Theater“ in Berlin endlich den erhofften Erfolg. Engagements am „Hof- und Nationaltheater“ in Mannheim sowie am Berliner „Residenz-Theater“ schlossen sich an. Wegen seines südländisch attraktiven Aussehens fiel er dem Filmproduzenten Oskar Meßter auf, der ihn 1911 für das neue Medium Film begeisterte. So trat Liedtke 1912 erstmals in dem Stummfilm „Die Rache ist mein“ auf.

 

Im Laufe der nächsten Jahre avancierte der Schauspieler mit 1.500 Mark Tagesgage zum höchstdotierten Star des europäischen Kinos. Er drehte rund 10 Filme pro Jahr und Hunderte von Heiratsanträgen wöchentlich bestätigten im letzten Jahrzehnt des Stummfilms seine Popularität.

 

Unter der Regie von Ernst Lubitsch drehte Liedtke zahlreiche Filme, meist zusammen mit Pola Negri, die ihn berühmt machten: „Carmen“ (1918), „Die Augen der Mumie Ma“ (1918), „Die Austernprinzessin“ (1919), „Vendetta“ (1919), „Madame Dubarry“ (1919), „Sumurum“ (1920) und „Das Weib des Pharao“ (1921). Er verkörperte meist elegante Gentlemen und jugendliche Charmeure, die lächelnd und augenzwinkernd ihre Filmpartnerinnen betören, und handelte sich so den Beinamen „Der deutsche Maurice Chevalier“ ein.

 

 „Er hat einen Ausdruck von schalkhafter Kraft, von Männlichkeit ohne Brutalität und Wichtigtuerei, ein lächelndes und schelmisches Pathos, das das Herz erfrischt." schrieb der Filmtheoretiker und Filmkritiker Béla Balázs am 30.10.1923 in „Der Tag“.

 

Auch während der 1920er Jahre gehörte er zu den populärsten deutschen Filmstars und erhielt auch Angebote aus Hollywood. Sein internationaler Erfolg beruhte jedoch weniger auf seinem schauspielerischen Können als auf seiner männlich-melancholischen Ausstrahlung und einer ironisch-distanzierten Überlegenheit. Liedtke, der auch im Privatleben ein Melancholiker war und schon während der Zeit seiner ersten großen Erfolge versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, wirkte auf der Leinwand stets lässig, liebenswürdig und charmant.

 

Ende der 1920er Jahre ließ allerdings seine Popularität allmählich nach, da ihn kein Regisseur so geschickt zu führen verstand wie Ernst Lubitsch, der ein paar Jahre zuvor nach Hollywood gegangen war. Das Publikum suchte sich zeitgemäßere Idole und fand sie in  Harry Piel, Bruno Kastner oder Willy Fritsch, die nicht länger in historischen Kostümen auftraten, sondern Rollen aus der Gegenwart verkörperten.

 

Mit dem Aufkommen des Tonfilms ging viel von seinem Flair als Draufgänger und Frauenbetörer verloren: Harry Liedtkes Sprache genügte den Anforderungen des neuen Mediums nicht und seine Stimme wurde als ungeeignet angesehen. Daraufhin zog er sich vorübergehend ins Privatleben zurück und bewirtschaftete sein Landgut bei Berlin. In den 1930er Jahren besetzte man ihn nun überwiegend – bis auf wenige Ausnahmen wie in „Preußische Liebesgeschichte“ (1938) – mit Nebenrollen. Erst als gereifterer Mann konnte er Anfang der 1940er Jahre wieder seine darstellerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. 1943 war er unter der Regie Heinz Rühmanns gemeinsam mit Käthe Haack in „Sophienlund“ nach der gleichnamigen Bühnenkomödie von Helmut Weiß und Fritz von Woedtke zu sehen, seine letzte Leinwandrolle spielte er ein Jahr später als Professor Heink in Paul Verhoevens Komödie „Das Konzert“ (1944).

 

Insgesamt war Harry Liedtke in 137 Filmen zu sehen. Weniger bekannt ist, dass Liedtke auch Lyriker war. Eine Auswahl seiner Gedichte wurde in dem von Adolf Petrenz herausgegebenen „Ostpreußischen Dichterbuch“ (Dresden 1905) veröffentlicht. In den Wirren der letzten Kriegstage starb Harry Liedtke am 28. April 1945 zusammen mit seiner dritten Ehefrau, der Schauspielerin Christa Tordy, in seinem Wohnort Saarow-Pieskow bei Berlin. Es wird vermutet, dass das Paar beim Einmarsch der Roten Armee von Soldaten in ihrem Haus erschlagen wurde.

 

Auswahl Filme:

 

·         „Die Rache ist mein“ (1912)

·         „Die Austernperle“ (1915)

·         „Der Amateur“ (1916)

·         „Dornröschen“ (1917)

·         „Carmen“ (1918)

·         „Madame Dubarry“ (1919)

·         „Das Weib des Pharao“ (1921)

·         „Der Mann ohne Namen“ (1921)

·         „Kreuzzug des Weibes“ (1926)

·         „Ein Mädel aus dem Volk“ (1927)

·         „Mein Freund Harry“ (1928)

·         „Der moderne Casanova“ (1929)

·         „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ (1929)

·         „Zwischen zwei Herzen“ (1934)

·         „Stadt Anatol“ (1936)

·         “Preußische Liebesgeschichte“ (1938)

·         “Quax, der Bruchpilot“ (1941)

·         „Sophienlund“ (1943)

·         „Der Majoratsherr“ (1944)

·         „Das Konzert“ (1944)

 

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