Ritus Corium

Stillgeschwiegen! – Die Vertriebenen in der SBZ und DDR

Etwa 4,3 Millionen Vertriebene kamen in die spätere DDR, in das Gebiet der heutigen fünf Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie nach Ost-Berlin. Auf die Gesamteinwohnerzahl der SBZ und DDR gerechnet waren etwa 25 % der Bevölkerung Vertriebene.

Etwa 4,3 Millionen Vertriebene kamen in die spätere DDR, in das Gebiet der heutigen fünf Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie nach Ost-Berlin. Auf die Gesamteinwohnerzahl der SBZ und DDR gerechnet waren etwa 25 % der Bevölkerung Vertriebene.

Mehr als vier Jahrzehnte lang wurde das Lebensschicksal dieser Menschen ausgeblendet und in die private, familiäre Erinnerung abgedrängt. Die politisch verordnete Verschmelzung der Vertriebenen mit der DDR- Gesellschaft und auch deren wirtschaftliche Etablierung mag oberflächlich betrachtet gelungen sein. Eine emotionale und historische Aufarbeitung, die das subjektive Empfinden über die offizielle Negierung des traumatischen Schicksals berücksichtigt, Empathie erzeugt und Interesse am Thema zugelassen hätte, fand bisher nur unzureichend statt.

Die Sonderausstellung, die vom Zentrum gegen Vertreibungen vorbereitet wurde, ist vom 07. Februar – 19. April 2026 im Kulturzentrum Ostpreußen zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Eine Ausstellung des Zentrums gegen Vertreibungen

Führungen:

Am Samstag, den 5. Juli 2025, um 15 Uhr findet im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen eine Führung durch die Fotoausstellung „Ritus Corium“ durch den Künstler und Kurator der Ausstellung, Hubert Beckstein, statt. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro.

Um Anmeldung wird gebeten unter service@kulturzentrum-ostpreussen.de oder unter 09141 86440.

Einführung in das Thema:

Im Rahmen der Trakehner-Sonderausstellung, die noch bis zum 13. Juli zu sehen sein wird, präsentiert Hubert Beckstein sein neues Kunstprojekt Ritus Corium. Der Künstler lenkt den Blick auf eine Stelle, die bislang in völliger Anonymität und Bedeutungslosigkeit verharrte: die Innenseiten von Lederreitstiefeln. Durch präzise Detailaufnahmen enthüllt Beckstein eine Welt voller unerwarteter Schönheit und Entdeckungen. Die subtilen Spuren, die durch das Tragen während des Reitens entstehen, werden hier zu Zeugen einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Tier. „Als Künstler spüre ich das Verborgene auf, entdecke seine Schönheit und mache sie für andere sichtbar“, erklärt Hubert Beckstein. „Mit Ritus Corium wird die tiefe Verbindung zwischen Pferd und Reiter auf neue Weise sichtbar. Die gemeinsamen Spuren im Leder erzählen von unzähligen Momenten im Sattel und der gewachsenen Vertrautheit.“ Entdecken Sie in dieser Ausstellung, wie die Spuren der Zeit im Leder die verborgene Tiefe einer innigen Beziehung offenbaren. Erleben Sie, wie diese persönlichen Details eine tiefe Verbundenheit auf faszinierende Weise sichtbar werden lassen.