Katalog „Flucht der Pferde“

Stillgeschwiegen! – Die Vertriebenen in der SBZ und DDR
Etwa 4,3 Millionen Vertriebene kamen in die spätere DDR, in das Gebiet der heutigen fünf Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie nach Ost-Berlin. Auf die Gesamteinwohnerzahl der SBZ und DDR gerechnet waren etwa 25 % der Bevölkerung Vertriebene.
Etwa 4,3 Millionen Vertriebene kamen in die spätere DDR, in das Gebiet der heutigen fünf Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie nach Ost-Berlin. Auf die Gesamteinwohnerzahl der SBZ und DDR gerechnet waren etwa 25 % der Bevölkerung Vertriebene.
Mehr als vier Jahrzehnte lang wurde das Lebensschicksal dieser Menschen ausgeblendet und in die private, familiäre Erinnerung abgedrängt. Die politisch verordnete Verschmelzung der Vertriebenen mit der DDR- Gesellschaft und auch deren wirtschaftliche Etablierung mag oberflächlich betrachtet gelungen sein. Eine emotionale und historische Aufarbeitung, die das subjektive Empfinden über die offizielle Negierung des traumatischen Schicksals berücksichtigt, Empathie erzeugt und Interesse am Thema zugelassen hätte, fand bisher nur unzureichend statt.
Die Sonderausstellung, die vom Zentrum gegen Vertreibungen vorbereitet wurde, ist vom 07. Februar – 19. April 2026 im Kulturzentrum Ostpreußen zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Eine Ausstellung des Zentrums gegen Vertreibungen

Landeskulturtagung des Kulturzentrums Ostpreußen am 28. März 2026
Zur Geschichte der Trakehner Pferde
28. März 2026
Bestellungen bitte
per mail unter:
service@kulturzentrum-ostpreussen.de
oder telefonisch unter
09141- 86440
Im Mai 2025 wurde die Ausstellung „Flucht der Pferde, 80 Jahre Evakuierung Trakehnens” im Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloss in Ellingen eröffnet.
Sie ist seitdem auf Wanderschaft. Erstmals wird in einer Dokumentation über das größte Hauptgestüt Preußens der Focus speziell auf die Ereignisse der Evakuierung vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges gesetzt. Wertvolle Dokumente konnten dabei helfen, Licht in den Fluchtverlauf zu bringen. Zum näheren Verständnis der Geschehnisse flankieren mehrere Kapitel das Hauptthema. Ein Bogen wird gespannt von den Anfängen der Pferdezucht durch den Deutschen Ritterorden bis zur Wiederaufnahme der Trakehnerreinzucht nach Flucht und Vertreibung in den Nachkriegsjahren. Heute brillieren Trakehner Pferde im Reitsport.
Der Katalog greift das Konzept der Ausstellung auf und vertieft ihre Inhalte. Besonders die Kapitel über die Flucht der Pferde und die Evakuierung Trakehnens sind mit Ergänzungen und detaillierten Angaben versehen.
Die Dokumentation wird aus dem Blickwinkel der Pferde erzählt, denn eng verwoben mit ihrer Geschichte ist die der Menschen. Sie steht beispielhaft für die dramatischen Ereignisse im Kriegswinter 1944/45, als über zwei Millionen Ostpreußen aus ihrer Heimat flüchteten. Pferde agierten als zuverlässige und treue Retter unter den größten Strapazen. Ihnen fiel die Aufgabe zu, die Flüchtenden als Reittiere und Zugpferde zu begleiten. Sie zogen die hastig beladenen Fuhrwerke bei Schnee und Eis über das gefrorene Frische Haff, teilweise wochenlang im Geschirr, ohne genügend mit Nahrung versorgt werden zu können, auf einem weiten und gefahrenvollen Weg in den Westen. Ohne ihre Hilfe wäre vielen Menschen die Flucht nicht gelungen.
Flucht der Pferde – 80 Jahre Evakuierung Trakehnens
Katalog zur Ausstellung
Ein Projekt des Kulturzentrums Ostpreußen, Ellingen 2026
Schirmherrin: Dr. Petra Loibl, MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene
Leitung: Gunter Dehnert, Direktor Kulturzentrum Ostpreußen, Ellingen
Kuratorin der Ausstellung: Martina Kerl, Autorin und Regisseurin
Inhaltiche Erarbeitung und Texte: Martina Kerl
Grafische Gestaltung: Artpool München
Druck: Drukarnia Wydawnictwa Bernadinum, Pelplin
ISBN 978-3-91272-200-0






