Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Zacharias Werner - 250. Geburtstag

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November 2018




 

* 18. November 1768 in Königsberg   † 17. Januar 1823 in Wien

 

 

Goethes Nachruf auf Zacharias Werner: „ein genialischer Mensch - Ein Complex von Vorzügen, Verirrungen, Torheiten, Talenten, Mißgriffen und Extravaganzen, Frömmlichkeiten und Verwegenheiten.“

 

Der Lebensweg des ostpreußischen Dichters und Dramatikers der Romantik begann in Königsberg am 18.11.1768. Als Sohn des Königsberger Universitätsprofessors für Geschichte und Beredsamkeit, Jakob Friedrich Werner, und der Mutter Luise Henriette aus der angesehenen Königsberger Familie Pietsch, wuchs er in gehobenen bürgerlichen Verhältnissen auf. Durch den frühen Tod des Vaters und religiöser Wahnvorstellungen der Mutter lebte er in der Kindheit in Isolation und bekam Heimunterricht. Mit 16 Jahren begann er 1784 das Studium der Rechtswissenschaften. Schnell erkannte er jedoch seine Leidenschaften in der Dichtung, Philosophie und Geschichte und hörte u.a. auch Vorlesungen von Immanuel Kant. Bereits 1787 wurde er Mitglied in der Königlich Deutschen Gesellschaft in Königsberg, eine bürgerliche Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache.

 

Aus eigenen Mitteln gab Werner im Jahre 1789 seine erste Gedichtsammlung heraus. Nach 16 Semestern brach er sein Studium jedoch ab und trat durch Vermittlung des Ministers Schrötter in den preußischen Staatsdienst ein. Dies erlaubte ihm auch, sich seinen literarischen Arbeiten zu widmen. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Verleger Julius Eduard Hitzig und dem bekannten Königsberger Schriftsteller E. T. A. Hoffmann.

 

Durch einen als unordentlich und unsittlich wahrgenommenen Lebenswandel verdarb er es sich mit seinen Königsberger Freunden und Förderern. Gesellschaftlich unmöglich machte sich Werner schlussendlich mit der Heirat eines Mädchens aus einem Freudenhaus. So nahm er ab 1793 in den von Preußen erworbenen Gebieten Polens eine Stellung in der ortsansässigen preußischen Verwaltung an. In Petrikau, Thorn und Plock lernte er das polnische Volk kennen und lieben. Ab 1796 war Werner als preußischer Beamter in Warschau und verfasste Lieder und Gedichte, die den polnischen Aufstand gegen Russland und Preußen verherrlichten. Zum aktiven gesellschaftlichen Leben gehörte auch der Eintritt in die 1797 von Deutschen gegründete Warschauer Freimaurerloge „Zum goldenen Leuchter“. Die Eindrücke der Freimaurerei leiteten hinüber zu seiner ersten großen Dichtung, die „Söhne des Tals“. Dazu kamen neue Impulse, die ihn in Warschau und Königsberg, wo er sich zur Pflege der Mutter aufhielt, erreichten.

 

Mit dem neuen Jahrhundert trat Werner in eine neue Schaffensperiode ein. 1806 erschien sein erstes Drama: „Das Kreuz der Ostsee, Teil 1: Die Brautnacht“ als ein mystisches Schauspiel am Berliner Nationaltheater. Die Aufführungen wurden bis 1814 26-mal gespielt und erhielten einem landesweiten Erfolg. So pflegte er auch in Berlin lebhaften Umgang in hohen Gesellschaftskreisen und war u.a. mit Johann Gottlieb Fichte, August Wilhelm Iffland und August Wilhelm Schlegel eng befreundet.

 

Auf Werner aufmerksam geworden, führte Johann Wolfgang von Goethe 1808 in Weimar Werners Tragödie „Wanda, Königin der Sarmaten“ auf. Dies brachte ihm auch die Achtung und Unterstützung des Fürsten Carl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Baronin von Staël-Holstein aus Frankreich. Den Höhepunkt seines Schaffens erreichte er durch die Aufführung des Dramas „Der vierundzwanzigste Februar“, ebenfalls von Goethe im Frühjahr 1809 aufgeführt.

 

Auf einer Italienreise nach Rom, einem wichtigen Sehnsuchtsziel der deutschen Romantiker, trat Werner am 19. April 1810 zur katholischen Kirche über. Zum Priester geweiht zog er nach Wien und begleitete dort ab 1814 auch den Wiener Kongress mit effektvoll gehaltenen Predigten. Bis zu seinem Tode im Jahr 1823 veröffentlichte Werner die beiden Dramen: „Kunigunde die Heilige“ und „Die Mutter der Makkabäer“.

 

An Goethes Nachruf schloss sich auch der polnische Literaturwissenschaftler Gerard Kozielek an, der Werners Biographie detailliert erforschte:

„Kaum ein anderer Dichter der deutschen Romantik war zu seinen Lebzeiten so berühmt und zugleich so berüchtigt wie Zacharias Werner. Er verkehrte in den auserlesensten Kreisen der Berliner Gesellschaft, an Fürstenhöfen und in literarischen Salons. Monatelang weilte er bei „Helios-Apollon“ (Goethe) und der „heiligen Aspasia“ (Madame de Stael aus Genf), war Gast deutscher, polnischer und ungarischer Adelsfamilien. Auf der Bühne rivalisierte er mit Schiller, auf der Kanzel mit Abraham a Santa Clara. Er war Aufklärer und Romantiker, Rationalist und Mystiker, Protestant und Katholik, Freimaurer und Weltpriester“

 

Werke (Auswahl)

 

Sammlung eigener Gedichte - 1789

Söhne des Tals – 1. Teil: Die Templer auf Cypern - 1803   

                         2. Teil: Die Kreuzesbrüder - 1804

Kreuz an der Ostsee: Die Brautnacht - 1806

Die Weihe der Kraft - 1806

Attila - 1809

Wanda, Königin der Sarmaten - 1808

Attila - 1809

Der Vierundzwanzigster Februar - 1810

Die Weihe der Unkraft - 1815

Kunigunde die Heilige - 1815

Geistliche Übungen für drei Tage - 1818

Die Mutter der Makkabäer - 1820

 

 

 


Verfasser: Andreas Küstner, M.A.

Abbildungen: Bildarchiv Kulturzentrum Ostpreußen

Die Rechte zur Nutzung der Abbildungen mit dem Text obliegen dem Kulturzentrum Ostpreußen.

 

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