Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

Historisches
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Historische Kalenderblätter

Eduard Meyerheim – 145. Todestag

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Januar 2024



Maler
* 7. Januar 1808 in Danzig
† 18. Januar 1879 in Berlin


Friedrich Eduard Meyerheim, ältester Sohn des Dekorations- und Porträtmalers und Vorstehers der Danziger Stubenmaler Karl Friedrich Meyerheim und der Florentina Therese geb. Klinkoschewski (Tochter eines Schuhmachers), wurde 1808 in Danzig geboren. Eduard hatte noch drei Brüder, die ebenfalls Maler wurden. Meyerheim erlebte noch als Kind die Not der französischen Belagerung, aber auch die Befreiung Danzigs durch preußisch-russische Truppen im Rahmen der Befreiungskriege. Der Vater schulte Eduard im künstlerischen Handwerk, während an der Danziger Provinzialkunstschule Johann Adam Breysig sowie dessen Neffe Johann Baptista Breysig ihm u. a. die Baudenkmäler der Stadt näherbrachten, nachdem der Knabe vom Gymnasium als Quartaner abgegangen war, da für ihn der Beruf des Stubenmalers vorgesehen war. Unter Breysig führte Meyerheim schon diverse Kunstwerke aus, welche teils auch verkauft wurden. (Lohmühle mit der Pferdeschwemme an der Riedwand)

Mithilfe der Danziger Friedensgesellschaft übersiedelte Meyerheim mit 22 Jahren nach Berlin und trat zur weiteren künstlerischen Ausbildung „als ein bereits in Auge und Hand, mit Stift und Pinsel in mannigfacher Richtung praktisch geübter und bewährter junger Maler“[1] in die dortige Akademie der Künste unter Leitung des Bildhauers Johann Gottfried Schadow ein. Weitere Lehrer, die ihn beeinflussten, waren Heinrich Daehling und Johann Gottfried Niedlich. Durch das Studium entwickelte er ein Verständnis von der menschlichen Anatomie und von Naturdarstellungen, wobei sich seine künstlerische Individualität unabhängig davon gebildet hat.

Im Jahr 1832 veröffentlichte Meyerheim, angeregt durch seinen Förderer Franz Kugler aus Stettin, ein Album mit zehn Danziger Ansichten (Danzig nebst Umgebung, Lithographiefolge). In der Folgezeit durchwanderte Meyerheim zusammen mit seinem Freund, dem Architekten Heinrich Strack, die Mark Brandenburg. Daraus ging das 1833 erschienene Album „Architektonische Denkmäler der Altmark Brandenburg“ mit sechs Lithographien von Kirchen- und anderen Backsteinbauten hervor. Im Verlauf der 1830er und inspiriert von weiteren Studienreisen durch zahlreiche Landschaften Deutschlands erfolgte seine Wandlung weg vom Vedutenzeichner hin zum romantischen Genremaler, der sich nunmehr in Ölgemälden auf den kleinbürgerlichen Bereich und das bäuerliche Leben konzentrierte. Das erste Bild, welches Meyerheim größere Bekanntheit brachte, war das 1836 angefertigte „Schützenfest auf dem Lande“ (ging später an die Berliner Nationalgalerie). Ebenfalls 1836 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Am 16. September 1837 heiratete Eduard Meyerheim Karoline Drake, die Schwester des Bildhauers Friedrich Drake. Aus dieser Ehe sollten zwei Kinder hervorgehen, Franz und Paul, beide später ebenfalls erfolgreiche Maler.

Meyerheim hatte nie ein großes Atelier, sondern eine bescheidene Stube und zog innerhalb Berlins oft um. Er wurde mehrfach mit Orden und Medaillen ausgezeichnet (z. B. St. Michaelorden, Roter Adler 4. Klasse 1849 am Ordenshefte) und erhielt 1855 den königlichen Professorentitel der Akademie in Berlin und anschließend die Ehrenmitgliedschaft der Akademien in Berlin, Dresden und München. Meyerheim war sehr musikalisch und spielte mit anderen im Quartett u. a. Cello und Geige.

Seine Werke fanden große Beliebtheit bei verschiedenen gesellschaftlichen Größen wie z. B. den Geschwistern von Waldenburg (Töchter des Prinzen August), Kaufmann Schmidt aus Hamburg, General von Bröse oder etwa Pierre Louis Ravené.
Ein Nervenleiden lähmte seine Tätigkeit für sieben Jahre. Eduard Meyerheim starb am 18. Januar 1879 in Berlin und wurde im Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt. Sein Gab existiert heute nicht mehr.

Die Werke des von der Düsseldorfer Malschule beeinflussten und als Hauptvertreter der Berliner Genremalerei der Biedermeierzeit zählenden Malers „zeichnen sich durch überaus exakte Zeichnung und vorzügliche Farbgebung aus“.[2]

Heute lassen sich seine Bilder in zahlreichen Museen und Galerien finden, u. a. in Berlin, St. Petersburg oder Danzig.


Auszüge einiger seiner Werke:

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Braunschweiger Bauern auf dem Weg zu einer Kirche, Öl auf Leinwand, 1855 (Nationalmuseum Danzig)

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Heimkehr vom Feld, Öl auf Leinwand, 1849 (Privatsammlung)

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Kegelgesellschaft, Öl auf Leinwand, 1834 (Alte Nationalgalerie, Berlin)

 

Quellen:
Ostdeutsche Gedenktage 1979, S. 13-14.
Friedrich Eduard Meyerheim – Eine Selbstbiographie des Meisters, Berlin, 1880
https://www.deutsche-biographie.de/sfz62923.html
https://recherche.smb.museum/detail/960052/eduard-meyerheim-in-seinem-atelier
https://kulturstiftung.org/biographien/meyerheim-eduard-2
https://recherche.smb.museum/detail/966570
Fußnoten:
[1] Vgl. „Friedrich Eduard Meyerheim – Eine Selbstbiographie des Meisters, Berlin, 1880, S. 6
[2] Vgl. Ostdeutsche Gedenktage 1979, S. 13