Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

Historisches
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Historische Kalenderblätter

Eduard Hildebrandt – 155. Todestag

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Oktober 2023



* 9. September 1817 in Danzig
† 25. Oktober 1868 in Berlin

Eduard Hildebrandt wurde am 9. September 1817 als zweites von sieben Kindern in einen armen Danziger Haushalt geboren – der Vater war Stubenmaler und konnte kaum die Familie ernähren, sodass die Kinder oft hungerten. Die Mutter war schwach und kränklich. Hildebrandt musste bereits als Knabe dem Vater zur Hand gehen und sollte später auch Stubenmaler werden. Da der kleine Junge „die größte Unlust zu diesem Handwerk“ verspürte, half der Vater bisweilen auch durch eine „Tracht Prügel“ nach, um ihn „auf seiner stubenmalerischen Laufbahn vorwärts zu bringen“. Über Hildebrandts Kinder- und Jugendjahre heißt es weiterhin, dass er in der Weihnachtszeit für wenig Geld beim Konditor Marzipan anmalte und das Geld der Mutter gab. Der „muntere, kecke und ausgefallene“ Knabe verkehrte oft auf den Danziger Werften mit anderen Kindern, die lebhafte Geschichten von den Seefahrten ihrer Väter, die Matrosen waren, erzählten. Dies – vor dem Hintergrund der Hafenkulisse mit den vielen Segelschiffen und der Greifbarkeit des unendlichen Meeres – erweckte in ihm den Wunsch zum Reisen und zur Kunstmalerei. Als Hildebrandt 13 Jahre alt war, verstarb der Vater. Der Stiefvater – ebenfalls ein Stubenmaler – entschied, dass die beiden ältesten Söhne auch denselben Beruf ergreifen sollten und so nahm Hildebrandt die Lehre eines Stubenmalers auf. Dies war eine sehr schwere Zeit für ihn. Eine Zeit lang besuchte er heimlich jeden Sonntag die Kunstschule, aber der Stiefvater kam dahinter, und so war es wieder vorbei mit der Kunst. Nach Abschluss der Malerlehre und Gesellentätigkeit bei einem anderen Meister trieb Hildebrand „ein Unnennbares Etwas hinaus in die Ferne“. So zog er zunächst nach Stolp in Pommern und heuerte bei einem Stubenmaler als Geselle an. Dieser war von seinem Fleiß und seiner Geschicklichkeit sehr angetan, sodass er Hildebrandt den Vorschlag machte, ihm seine schöne Tochter, die in den ebenfalls hübschen Gesellen verliebt war, zur Frau zu geben und das Geschäft zu überschreiben.
Hildebrandt schlug das Angebot jedoch ohne zu Zögern aus – denn er wollte Künstler werden – und zog zu Fuß weiter nach Berlin, wo er 1837 im Alter von 19 Jahren eintraf.
In Berlin führte er zuerst einige Gelegenheitsarbeiten (Kolorieren von Lithographien, kleine Marinebilder in Öl) aus und konnte sich so viel hinzuverdienen, dass 1838 eine erste Studienreise nach Rügen und Stettin möglich wurde, bevor Hildebrandt an das Atelier des Marinemalers Wilhelm Krause kam. 1839 folgten weitere Reisen zu den Küsten von Dänemark, Norwegen, England und Schottland. In dieser Zeit entstanden verstärkt Marinebilder wie etwa „Fischerhütten auf Hela“ (1840) oder „Aufsehen erregende Einfahrt einer russischen Radkorvette in den Hafen von Swinemünde“ (1840, jetzt im Pommerschen Landesmuseum Greifswald).
Das Jahr 1841 führte Hildebrandt nach Paris zu Eugène Isabey, wo er ein halbes Jahr arbeitete und Unterricht nahm. Dort lernte er eine besondere aus England kommende Technik der Aquarellmalerei.
In Paris unterhielt Hildebrandt bereits ein eigenes Atelier und gewann sogar eine Goldmedaille des Pariser Salons. 1843 kehrte er nach Berlin zurück, freundete sich dort mit Alexander von Humboldt an, der seine Kontakte bei König Friedrich Wilhelm IV. und dem Prinzen Adalbert, der gerade von Brasilien zurückgekehrt war, spielen ließ und so Hildebrandt ein Reisestipendium verschuf, welches ihn von 1844-1845 nach Brasilien brachte, wo er zwei Jahre malte. In der Zeit entstanden u. a.  „Ein tropischer Regen“ (1845) und „Eine tropische Landschaft“ (1845), was eine Abkehr von den Seebildern und eine Hinwendung zu Landschaftsbildern bedeutete, die außergewöhnliche Licht- und Schatteneffekte hatten. 1847 wurde Hildebrandt zum Königlich Preußischen Hofmaler ernannt. Danach folgten weitere zahlreiche Reisen, die unzählige Bilder hervorbrachten. Er malte nicht nur für den preußischen König, der Hildebrandt meist fast alle Werke abkaufte,  sondern auch für Königin Elisabeth von Preußen, Königin Victoria oder Zar Nicolaus und dessen Sohn Alexander II. Nach Berufung zur Berliner Akademie und Erhalt eines Lehrauftrags folgte 1855 der Professorentitel und ab 1856 weitere Reisen, u. a. ans Nordkap und 1862-1863 gar eine Weltumrundung (Ägypten, Indien, China, Japan, Amerika) mit einer Ausbeute von über 300 Aquarellen, Zeichnungen, Ölbildern und mehrbändigen Reiseberichten.
Der allseits geschätzte Künstler starb 1868 in Berlin aufgrund der „vieljährigen Überanstrengungen“.
Heute können seine Werke u.a. in Danzig, Moskau und New York bewundert werden.

Werke - Auswahl:

Vor der Küste (1840, Öl auf Leinwand):

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Fischerhafen mit regem Treiben (Jahr unbekannt, Gouache):

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Winterliche Kanallandschaft mit Blick auf eine holländische Stadt (1851, Öl auf Leinwand):

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Quellen:
Ostdeutsche Gedenktage 1968, Bund der Vertriebenen.

Eduard Hildebrandt der Maler des Kosmos: Sein Leben und seine Werke, Fanny Arndt, 2013.

Bilder aus Brasilien im 19. Jahrhundert – Im Blick von Alexander von Humboldt, Ibero-Amerikanisches Institut – Preußischer Kulturbesitz, 2001.

https://kulturstiftung.org/biographien/hildebrandt-eduard

https://www.deutsche-biographie.de/sfz32272.html

https://dewiki.de/Lexikon/Eduard_Hildebrandt

https://recherche.smb.museum/detail/962378/bildnis-alexander-von-humboldt