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Vor 60 Jahren:
Als die Bomben fielen...
vom 23.02.2005 bis 03.07.2005
Beschreibung:
Vor 60 Jahren:

Luftkrieg über Europa und Deutschland Bomben auf Königsberg und Ostpreußen Der Luftangriff auf Ellingen am 23. Februar 1945

 

Berliner Historiker Dr. Jörg Friedrich referierte in Ellingen Bomben sind keine »gerechte Strafe« Autor des Buches »Der Brand« beleuchtete Sinn und Hintergründe der Terrorangriffe gegen deutsche Städte

 

ELLINGEN (rh) – 600 000 Opfer im Bombenkrieg gegen Deutschland – diese »Barbarei« wird aus Sicht von Dr. Jörg Friedrich »gegenwärtig verdreht als eine Gerechtigkeit«. Der Berliner Historiker – Autor der vieldiskutierten Bücher »Der Brand« und »Brandstätten« – will den Luftkrieg und dessen Opfer keinesfalls als eine angeblich »gerechte Strafe« für deutsche Kriegstreiberei oder Verbrechen sehen. Friedrich, der im Rahmen der Gedenkausstellung »Als die Bomben fielen…« in Ellingen sprach, ist aber beileibe kein Revanchist – auch wenn ihm dieses politische Klientel landauflandab an den Lippen hängt und heftig Beifall klatscht.

 

Erziehung und Machtdemonstration, Friedrichs Thesen und Aussagen dürfen nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden – ebenso wenig wie er den Luftkrieg über Deutschland als singulär oder gerecht ansieht. Er nennt den Bombenterror und den Einsatz von Massenvernichtungswaffen den »kollektiven Auszug der Völkerfamilie aus der Zivilisation«.

 

Zugleich sei mit den Angriffen auf wehrlose Menschen ein neues Kapitel des Krieges aufgeschlagen worden: Mit den Bomben sei auch ein »jahrhundertealtes Rechts- und Unrechtsempfinden abgeworfen worden«. Für Friedrich haben die Bombenangriffe auf deutsche Städte zwischen 1942 und 1945 nicht nur militärische Ziele und Hintergründe. Es sei zwar um die Ausschaltung von Produktionsanlagen, Arbeiterpotenzialen und die Rohstoffversorgung gegangen, doch der Luftkrieg habe auch machtpolitische Aspekte, wie Friedrich in seinem Vortrag umriss.

 

Zum einen sollten die Deutschen mit den Bombardierungen für Generationen etwas von den schier unbezwingbaren alliierten Streitkräften und deren Tötungs- und Vernichtungskapazitäten kennen lernen. Ellingen habe dafür mit sechs Prozent Toten unter der Wohnbevölkerung einen hohen Preis bezahlt. Friedrich zeigte zum Vergleich auf, dass beim Angriff auf Hamburg drei Prozent der Bürger ums Leben kamen. »Fast 100 Tote sind mehr als hochgerechnet neun Fußballmannschaften.«

 

 

Verdeutlichte die perfiden Strategien der Massentötung durch Bomben: der Berliner Historiker Dr. Jörg Friedrich (in der Mitte). Er ist Autor des viel diskutierten Buches »Der Brand«, das Folgen und Hintergründe des Luftkrieges gegen Deutschtand schildert.

 

Ziel dieser Lektion »waren nicht alleine die Ellinger, sondern das sind wir«. Die Erziehung durch den Bombenterror, der in den Städten ein anderes deutsches Volk hervorbringen sollte, habe ihre Wirkung erzielt. »Es ist ein besseres Deutschland aus den Ruinen entstanden.« Allerdings dürfen Friedrich zufolge die Methoden und der Preis, den das alles gekostet habe, nicht einfach gestrichen werden – trotz der Befreiung von der Diktatur.

 

Gerade die Angriffe wie auf Dresden oder Königsberg im letzten Kriegsjahr haben für Friedrich keinen militärischen oder gar kriegsverkürzenden Zweck. Angesichts des nahen Kriegsendes und der Aussichtslosigkeit der Westmächte, die Befreiung Polens als ursprüngliches Kriegsziel zu erreichen, hätten Generäle und Politiker die Bombardements auch als Signal an die Sowjets eingesetzt und die Nachkriegszeit im Blick gehabt. »Die Demonstration der Machtfülle geht über die Massentötungsfähigkeit.

 

« Perfide Strategien Gerade nach 1945 haben die Massenvernichtungswaffen mit der Atom-bombe als »Rationalisierung der Bomberflotten« eine enorme und abschreckende Rolle gespielt, erklärte Friedrich. Vor dem Hintergrund der schrecklichen Feuerstürme und Verwüstungen durch die beiden AtombombenAbwürfe, »haben die rund eine Million Zivilopfer in Japan und Deutschland die Menschen vor neuerlichem Einsatz der Massenvernichtungswaffen abgehalten«.

 

Der Berliner Historiker erläuterte jedoch nicht nur die Zusammenhänge, sondern auch jene perfiden Strategien, mit denen die alliierten Bomberflotten deutsche Städte ausradieren sollten. Um Feuerstürme zu entfachen, wurden Feuerwerker und andere Wissenschaftler hinzugezogen und ein ausgeklügeltes System von einander folgenden Bombenabwürfen entwickelt. »Derartigen Angriffen ist der Massentötungsansatz. eingegeben.« In seinem Buch »Der Brand« zeichnet Friedrich nicht nur eine „Landkarte des Leidens", sondern nimmt auch die Emotionen und Erinnerungen der Zeitzeugen an die schrecklichen Tage und Nächte im Bombenhagel, an verkohlte oder zerfetzte Menschen und die Trümmerberge auf. Denn drei Minuten nach dem Bombenabwurf beginnt eine andere, zivile Geschichte.

 
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