Ausstellung
März – Juli 2010

Ausstellungen und Veranstaltungen / Archiv
Jahresübersicht

Kabinettausstellung:
Schlösser und Gutshäuser im südlichen Ostpreußen



Blick in den Ausstellungsraum im 2. Obergeschoss
 


  Karnitten Kr. Mohrungen
Das ehemalige Herrenhaus von der Gutsanlage Karnitten ist wunderschön am Kesselsee gelegen. Jahrelang existierte Karnitten nur als Vorwerk von Großgrundbesitzen. Nach 1815 kaufte Baron von Albedyhll die Ländereien und brachte das Gut zur wirtschaftlichen Blüte. In den 1920er Jahren übernahm durch Heirat Familie von Günther den Besitz. Das jetzige neugotische Herrenhaus wurde 1856 erbaut. Mit der Parkanlage bildet es ein reizvolles romantisches Ensemble.
Nordöstlich des Herrensitzes befand sich eine große effektvolle Reithalle. Beachtenswert ist das alte offene hölzerne Hängedachgebinde mit einem selten schönen Schnitzwerk.
Nach dem Krieg wurde hier ein Erholungsheim eingerichtet. Seit 1995 ist das Anwesen Eigentum einer deutsch?polnischen Firma, die im ehemaligen Herrenhaus ein ganzjährig geöffnetes Hotel eingerichtet hat.

    Birkenfeld Kr. Gerdauen
Das einstige Gutsensemble liegt nicht weit von der polnischen Grenze mit dem Bezirk Königsberg. Gut Birkenfeld, das bis 1824 zum Großgrundbesitz der Grafen von Schlieben gehörte. Erst als Familie Totenhoefer das Gut übernahm er langte es seine Blütezeit. Nach 1929 übernahm Erna Koch geb. Totenhoefer den Besitz. Sie blieb bis 1945 Gutsherrin von Birkenfeld.
Das 1824 errichtete und während des 1. Weltkrieges (1914) stark zerstörte Herrenhaus von Birkenfeld wurde schon bald wieder originalgetreu aufgebaut.
Im nahem Wald, etwa 1 km südöstlich von Birkenfeld, auf einer Anhöhe befand sich der Familienfriedhof. Einige Grabsteine, einzigartig in der Form, sind noch vorhanden.
Nach dem Krieg hatte man hier ein staatliches Gut gegründet. Gut Birkenfeld hat heute einen Pächter. Staatseigentum.

 
       
  Trautenau Kr. Heilsberg
Das ehemalige Gutsensemble befindet sich etwas abseits vom Dorf Trautenau. Eigentümer des 1365 gegründeten Dorfs waren anfangs die Bischöfe von Ermland, danach seit 1772 bis zum Anfang des 19. Jh. gehörte es zu den Gütern des Königs. Eine schöne Erinnerung an die kleine Gutsanlage, die sich eigentlich näher am Dorfe Wuslack als bei Trautenau befand, ist das erhalten gebliebene Herrenhaus. Der Park wurde Anfang der 1980er Jahre abgeholzt, von den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden sind nur noch Fragmente vorhanden. Beeindruckend ist die Architektur des Herrenhauses, das einer Villa ähnelt. Erbaut wurde es im eklektizistischen Stil mit gewissen Zügen des Jugendstils im Jahr 1906. Besonders bemerkenswert sind die im Jugendstil gehaltenen Holzarbeiten an den Türen und Fenstern. Privateigentum.

    Juditten Kr. Bartenstein
Die Gutsanlage mit dem groß ausgebauten Wirtschaftsbereich. Vor dem Herrenhaus im Nordwesten befindet sich der große Gutsteich, dahinter der Park, seitlich verläuft der Weg. Der Besitz wurde der wohlhabenden Familie von Lesgewang, prussischer Abstammung, vom Deutschen Orden für ihre Verdienste verliehen.
Seit dem 16. Jh. bis zum Januar 1945 war Gut Juditten im Besitz der Familie von Kuenheim. Das Herrenhaus wurde 1862?1863 erbaut. Erkennbar sind gewisse neugotische und auch klassizistische Züge. Im Fassaden?Risalitfeld ist das Löwenwappen derer von Kuenheim angebracht. Eine Zierde von hohem Wert waren jedoch zwei bronzene Löwenskulpturen in natürlicher Größe vor der Auffahrt. Gekauft wurden diese Skulpturen auf der berühmten Pariser Weltausstellung 1889 vom damaligen Gutsbesitzer. Nach dem Krieg hatte man Gut Juditten in den Bereich des staatlichen Gestüts Liesken einbezogen. Seit 1998 Privateigentum.