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Ostpreußen
von A bis Z |
Zur Geschichte der Regierungsbezirke und Landkreise |
![]() ![]() ![]() Bockheiligung bei den Prußen Chr. Hartknoch, 1684 |
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![]() ![]() Albrecht der Ältere erster Herzog von Preußen 1490 - 1568 |
Mit dem durch die polnisch-litauische Union von 1386 entstandenen mächtigen Nachbarstaat im Süden und Osten kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 1410 unterlag das Ordensheer bei Tannenberg. 1466 verlor der Orden durch den 2. Thorner Frieden das später "Westpreußen" benannte Gebiet und das Ermland. Die Hansestädte an der unteren Weichsel, geführt von Danzig und Thorn, unterstützten Polen in dieser Auseinandersetzung. Eine polnische Oberhoheit wurde seitens des Ordens und des Papstes nie anerkannt. Ein dritter Krieg von 1519-21 wurde nicht entschieden, schwächte den Ordensstaat aber vollends. Als letzter Hochmeister in Preußen säkularisierte Albrecht von Brandenburg-Ansbach 1525 schließlich den restlichen Ordensstaat mit seiner Hauptstadt Königsberg, trat zum evangelischen Glauben über und nahm Ostpreußen vom polnischen König Sigismund, seinem Onkel, als erbliches Herzogtum zu Lehen. Erst 1657 beendete der Große Kurfürst im Vertrag von Wehlau dieses Abhängigkeitsverhältnis. |
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![]() ![]() ![]() Ankunft der Salzburger Emigranten in Königsberg am 27. Mai 1732 |
Sein Nachfolger, Kurfürst Friedrich III., krönte sich am 18. Januar 1701 in Königsberg als König Friedrich I. in Preußen und verband so den Namen Preußen mit dem brandenburgischen Staat. 1772 wurde aus dem alten Preußenland nach der Wiedereingliederung des Ermlandes die Provinz Ostpreußen. Ein Zwischenspiel von vier Jahren war die Annexion Ostpreußens durch die Zarin Elisabeth von Rußland von 1758 bis 1762. Das 1. und 2. Drittel des 18. Jahrhunderts war in vieler Hinsicht für Ostpreußen von teils umwälzender Bedeutung: So entvölkerte zu Beginn des Jahrhunderts die Pest weite Teile des Landes. 1732 siedelten sich 15 000 evangelische Salzburger in Ostpreußen an, die ihre Heimat aus Glaubensgründen verlassen mußten. Ihr Zuzug trug wesentlich zur wirtschaftlichen Konsolidierung Ostpreußens bei. Nach der Niederlage 1806/07 gegen Napoleon
war Ostpreußen letzte Bastion Preußens. Erst die Befreiungskriege
stellten 1813/15 die alte Souveränität wieder her. |
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![]() ![]() ![]() Flüchtlinge auf ihrem Weg durch Königsberg, 1945 |
Nach einer langen Friedensperiode wurde die Provinz 1914/15 erneut Kriegsschauplatz. Die Russen drangen tief ins Land ein; durch die Siege von Tannenberg und an den Masurischen Seen wurde es befreit. Die Bestimmungen des Versailler Vertrages trennten das Memelland und das Gebiet um Soldau von Ostpreußen ab, und durch die Schaffung des "Polnischen Korridors" verlor Ostpreußen seine direkte Verbindung zum übrigen Reich. Der letzte Teil des Zweiten Weltkriegs brachte den
schwersten und unglücklichsten Abschnitt in der langen Geschichte
Ostpreußens. 1944/45 nahmen die sowjetischen Armeen das Land ein,
zerstörten es weitgehend; seine Einwohner flohen, viele kamen ums
Leben, wurden verschleppt und bis auf sehr wenige vertrieben. |